Corona-Virus – Das Gute daran !

Möglich ist, dass sich Menschen wegen dem Virus in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen und Ausgangssperren Ängste und Depressionen hervorrufen können. Das Gute daran ist, dass Menschen sich gegenseitig helfen und unterstützen, dass Familien zusammenkommen, miteinander reden, Zeit füreinander haben und sich ein neues Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Gesellschaftsspiele werden wiederentdeckt!

Der Virus legt in europäischen Häfen die Schiffe für nicht absehbare Zeit lahm. Das Gute daran ist, dass sich Delfine und andere Meereslebewesen endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückzuholen dürfen. Die Population der Fische erholt sich, Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, der Canale Grande in Venedig führt sauberes Wasser, in dem sich Fische tummeln.

Die Einschränkung des Flug- und Reiseverkehrs wegen des Virus bedeutet für viele eine extreme Freiheitsbeeinträchtigung und der ausgefallene Urlaub ist höchst frustrierend. Das Gute daran ist, dass die Luftverschmutzung sich erheblich reduziert sowohl in den Städten als auch über Kontinente hinweg. Der Himmel ist blauer als sonst!

Die Schließung von KiTas und Schulen stellt für viele Eltern eine große Herausforderung dar und ist schwer zu bewältigen. Das Gute daran ist, dass viele Kinder die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Tatsache ist, dass unsere Wirtschaft erheblich geschädigt wird. Das Gute daran ist, dass wir möglicherweise erkennen, dass das weltweite Wirtschaftswachstum Ursache der größten Probleme unserer Zeit ist. Man kann schon jetzt erkennen, dass die Luft, das Wasser und die Artenvielfalt sich erholen, wenn die Wirtschaft Pause macht.

Der Virus lässt uns auf vieles verzichten, was uns lieb und teuer ist. Das Gute daran ist, dass es eine Chance sein kann, zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Wir sind nur noch Konsumenten auf einem konsumierten Planeten. Unsere Sinne sind beeinträchtigt durch die Flut an Warenvielfalt und unnötigen Produkten. Wir können innehalten und erkennen, wie wenig wir eigentlich brauchen.

Möglich ist, dass wir Angst vor der Zukunft haben müssten, sowohl um den Arbeitsplatz, um die Ausbildung des Nachwuchses und um die Krankheit, die da kommt. Das Gute daran ist, dass wir endlich Zeit haben für die unerledigten Dinge und langsam machen dürfen. Die Gesellschaft macht Pause, entschleunigt sich und bekommt vielleicht ein Bewusstsein für einen neuen Lebensstil.

Schwer ist, dass wir soziale Kontakte, Berührungen und den Besuch bei Oma und Opa unterlassen müssen. Das Gute daran ist, dass wir erkennen, wie enorm wichtig dies für uns ist. Wir erkennen, was wir für soziale Wesen sind und fühlen eine tief sitzende Menschlichkeit in uns und das Bedürfnis diejenigen zu schützen, die wir lieben.

Fakt ist, dass Menschen sterben werden und daran ist nichts Gutes zu erkennen. Aber wir reagieren darauf mit Solidarität, mit tatkräftiger Hilfe und Aufopferung. Wenn wir im Übel dieser Zeit das Gute erkennen, dann sind wir in der Lage, uns, die Gesellschaft und die ganze Welt zum positiven zu verändern.

Fakt ist auch, dass auch diese Krise einmal enden wird. Wir sollten alle miteinander versuchen, dass wir die guten Dinge daraus (wirtschaftliche Zurückhaltung, Umweltschutz, Verzicht, Entschleunigung, Solidarität, Menschlichkeit) auch für die Zeit danach mitnehmen.

Christian Lattorf

Köln, den 24.03.2020