Beweislast

Grundsätzlich muss der Anspruchsteller die Tatsachen beweisen, die den Anspruch begründen – er trägt also die Beweislast. Der Beweis kann entweder durch Augenschein, Zeuge, Urkunde oder Gutachten geführt werden.
Bezüglich der Beweislast gibt es ein Besonderheiten im Arzthaftungsprozess: Der Patient hat grundsätzlich den Arztfehler, den Schaden und den Zusammenhang (Kausalität) zwischen Arztfehler und Gesundheitsschaden zu beweisen. Selbst wenn ein Arztfehler klar und deutlich vorliegt, erhält der Patient nur Schmerzensgeld, wenn er auch diese Kausalität beweisen kann.
Im Arzthaftungsrecht dreht sich die Beweislast bezüglich der Kausalität um, wenn ein schwerer bzw. grober Behandlungsfehler vorliegt. Dann muss der Arzt beweisen, dass der Schaden nicht auf seinem eigenen Fehler beruht.
Fehlen wichtige Dokumente (z.B. OP-Bericht) in der Patientenakte muss der Arzt beweisen, dass die Behauptungen des Patienten bezüglich dieses Dokuments nicht zutreffend sind.
Bei einem Aufklärungsfehler muss der Arzt immer beweisen, dass er den Patienten rechtzeitig, korrekt, verständlich und vollständig aufgeklärt hat. Häufig reichen hierzu die vom Patienten unterschriebenen Aufklärungsformulare aus.